Ziel ist, solange wie möglich in der eigenen Wohnung bleiben zu können.
Häufig stehen dem jedoch technische Schwierigkeiten entgegen: die Türen sind zu schmal, Stufen erschweren den Zugang, mehrere Ebenen vom Keller bis zum Dachstudio machen den Hüftgelenken zu schaffen und so weiter und so fort.
Erster Schritt kann hier sein eine Wohnberatung.
Das Angebot an unabhängigen Beratungsstellen ist in Niedersachsen leider nicht so groß wie z.B. in Nordrhein-Westfalen; die niedersächsische Zentrale ist in Hannover.
Der Landkreis Verden bietet eine Wohnberatung für Senioren an, Kontakt über e-Mail -> HIER oder telefonisch in der Landkreisverwaltung als "Altenhilfeberatung".
Der Beirat berät und vermittelt auch in diesen Fragen.
Einige Pflegedienste bieten diese Leistungen auch an, die Kosten werden einmalig von der Kasse übernommen. Bitte achten Sie aber in diesen Fällen auf Neutralität, Qualität und Umfang der Informationen, die Pflegedienste sind selbständige Wirtschaftsunternehmen!
Wir empfehlen, in derartigen Fällen sich direkt mit der Krankenkasse in Verbindung zu setzen, denn die Kassen haben auch eigene oder "dienstleistende" Fachleute mit entsprechender Ausbildung, die sie beraten können (die sich allerdings auch manchmal von den Kosten für bestimmte Leistungen beeinflussen lassen können!).
In Achim wurden uns als kompetente Partner genannt die Firmen Schütt und A-Bau. In Etelsen soll ein behinderter Architekt seine Dienste anbeiten, in Bremen kann man über die Architekten kammer eine barrierefreie Musterwohnung besichtigen.
Notwendige Umbauten werden von den Pflegekassen (Voraussetzung: Pflegestufe zuerkannt!) mit bis zu ca. 2.500 Euro je Maßnahme gefördert. In jedem Fall aber notwendig die vorherige Abstimmung mit der Pflegekasse (sonst keine Kostenbeteiligung!).
Wenn man nicht mehr in der eigenen Wohnung bleiben kann, bietet das Betreute Wohnen immer noch die Möglichkeit zum eigenständigen und selbst bestimmten Leben. Zu den Angeboten in Achim vgl. unser Glossar.
Allerdings sind diese Angebote zum Teil recht teuer. Interessenten sollten den angebotenen Komfort mit ihren Bedürfnissen vergleichen und dabei berücksichtigen, dass viele Zusatzleistungen des Betreuten Wohnens kostenpflichtig sind. Die Grundpauschale fällt immer an, auch wenn die entsprechenden Leistungen nicht in Anspruch genommen werden! Betreutes Wohnen findet zudem meist eine Grenze, wenn der Pflegebedarf zu groß oder schlecht planbar wird!
Wenn die eigene Rente (oder das eigene Vermögen) nicht mehr reicht, macht das Sozialamt für die Gewärung von Wohngeld bestimmte Voraussetzungen (Angemessenheit der Fläche und der Miethöhe), die beim betreuten Wohnen häufig überschritten sind!
In jedem Fall empfehlen wir, sich vorher mit Bewohnern solcher Anlagen zu unterhalten und sich vom Anbieter exakt den Leistungsumfang beschreiben zu lassen (Checklisten zum Vergleich liegen beim Beirat vor).
Die intensivste und sicherste Pflege erhalten alte Menschen sicher in Heimen. Allerdings ist auch der Grad der Selbstbestimmung deutlich geringer (z.B. was das Lang-Schlafen oder des späte Zubettgehen oder ausgefallene Essensgewohnheiten betrifft). Hierzu vgl. die Übersicht der Achimer Heime unter Partner / Heime.
In der Theorie, vereinzelt auch in der Praxis, werden interessante Sonderformen diskutiert:
Bei vermögenswirksamen Geschäften unbedingt mit den eigenen Erben und einem Notar abstimmen!
Eine andere Form sind Wohngemeinschaften, quasi betreutes Wohnen auf Gegenseitigkeit. Auch hier kommt es ganz wesentlich auf die Chemie an, bringt doch das gemeinsame und auf engerem Raum als vorher praktizierte Zusammenleben immer auch Reibungsflächen. Hier empfehlen Seniorinnen (meist überwiegend oder auch ausschließlich Frauen), die diese Form des Zusammenlebens umgesetzt haben, eine lange Vorlaufzeit, in der man sich über die meisten Details klar wird, bevor man den endgültigen Schritt tut.
Das gemeinsame Altern hat allerdings auch Probleme, die Fähigkeit zur gegenseitigen Hilfe nimmt ab. Einige Vorzeigebeispiele praktizieren deshalb das generationsübergreifende Zusammenleben (z.B. in Oldenburg). Auch hier entscheiden z.B. die Bewohner über die Wohnungsvergabe an neue Mieter erst nach eingehender Prüfung und ggf. auch Probe.
In Achim sind uns derartige gelebte Beispiele nicht bekannt. Interessenten sollten sich aber frühzeitig zusammentun, um mögliche Umsetzungen zu erarbeiten. Bei lockeren Vorgesprächen haben potenzielle Investoren durchaus Interesse gezeigt. Agenda-Gruppe oder/und Beirat geben sicher gern Starthilfe!
In Achim realisiert sind zwei Wohngemeinschaften von Behinderten des Waldheims. Diese sind allerdings Arbeitnehmer in den Waldheim-Werkstätten in Bierden. Das Problem von Wohngemeinschaften älterer geistig Behinderter wird erst demnächst auftauchen. In Bremen hat der Martinshof hierfür eine Stiftung eingerichtet.
Bedarf sehen wir beim Selbstbestimmt-Leben jüngerer, körperlich Behinderter. Ein junger Bürger, früher in Achim, nutzt das in Bremen angebotene Akzent-Wohnen, ist aber in hohem Maße unzufrieden. Der Beirat stellt bei Interesse gern den direkten Kontakt her.
Ähnliches gilt z.B. auch für junge MS-Kranke. In ganz Niedersachsen ist uns für diesen Bedarf nur ein Heim in Altencelle bekannt.
Allgemeine Empfehlungen wollen und können wir hier nicht geben. Wir werden aber aufmerksam die weitere Entwicklung verfolgen. Wir wollen auch versuchen, mehr über die von der Arbeitsgruppe genannten Beispiele aus Dornum (christliche Lebensgemeinschaft "Zugvögel", Beguinenhof in Bremen, Generationsübergreifende WG in Oldenburg) zu erfahren. In der Handbibliothek des Beirates (vgl auch unter Publikationen) gibt es mehrere Broschüren und Bücher zu dieser Thematik, die auch ausgeliehen werden können, sprechen Sie uns an.
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